Die Gründung der Schützengilde erfolgte damals auf Geheiß der Obrigkeit, wie aus nachfolgendem Text zu ersehen. Dieser steht auf der Schützengilde - Tafel, einem alten Ölgemälde, das im Schützenhaus hängt.

Wie in alten Akten zu lesen ist, mußte sich die damalige Schützengesellschaft im Rahmen der allgemeinen Entwaffnung auflösen. Der Gedanke einer schießsportlichen Betätigung starb jedoch nie aus, so dass sich im Jahr 1857 unter dem Vorsitz von Bürgermeister Martin, J. Hegele und Jakob Jäger (Rappenwirt) eine neue Schützengesellschaft konstituierte. In der Versammlung vom 20.10.1857 wurde Jakob Hegele als erster Schützenmeister gewählt. Während dieser Zeit wurden die Schießübungen im Gewann der Kugeläcker (ehemalige Volksschule) durchgeführt. Durch die Erweiterung der Stadt war die damalige Schützengesellschaft unter Vorstand Konrad Reinauer gezwungen, auszusiedeln. Sie gründeten am 13. Februar 1923 die Schützengesellschaft Meßkirch e.V. und siedelten auf dem Sandbühl an. Die weiteren Vorstands- und Gründungsmitglieder waren August Roos, Willy Haigis, Josef Buhl, Ernst Miller, Nikolaus Müller, Peter Straub, Emil Schäfer, Ludwig Schiebmann, Max Beil und Friedrich Ettner.

Es wurde großzügig geplant und mit viel Fleiß und hohem finanziellen Aufwand eine für die damalige Zeit, moderne Schießanlage errichtet.

In dieser Zeit fanden mehrere große schießsportliche Veranstaltungen statt. Das Gauschießen, sowie das Landesschießen im Jahr 1925, an dem mehrere hundert Schützen aus dem ganzen Land teilnahmen.

Die schwere Zeit der 20-er Jahre machte die Finanzierung der hohen Schuldenlast fast unmöglich. Um den Bestand des Vereins zu sichern, übernahm die Stadt das Schießgelände und das Schützenhaus. Es wurde zu einer modernen Schießanlage ausgebaut, so dass es für Gendarmerie, Reichsarbeitsdienst, Jäger und Schützenverein genutzt werden konnte. Es war eine 50m lange Kleinkaliberanlage mit 8 Schießständen vorhanden, bei denen die Scheiben ein- und auslaufen konnten. Ferner waren 2 Militärstände mit 150m, einer mit beweglichen Zielen auf 80m und ein Großkaliberstand vorhanden.

Die ganzen Erdbewegungen wurden durch den männlichen Arbeitsdienst unter Leitung von Oberstfeldmeister Albrecht Sintz durchgeführt.

Durch Soldaten wurde noch eine Flugwache eingerichtet. Später wurden Luftnachrichtenhelferinnen im Obergeschoß des Schützenhauses einquartiert, die ihren Beobachtungsstand am inzwischen still gelegten Tontaubenstand hatten.

Nach dem Zusammenbruch 1945 wurde die Schützengesellschaft aufgelöst und im Vereinsregister gestrichen.

10 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, im Spätsommer 1955 regte sich auch in Meßkirch wieder der Schützengeist. Anton Grübele nahm damals Kontakt mit dem Schützenkreis Bodensee-Hegau auf. Am 14. November 1957 fand die Gründungsversammlung der Sportschützenabteilung statt. Man bevorzugte an Stelle einer Neugründung im Interesse des sportlichen Gemeinschaftslebens die Bildung einer weitgehend selbständigen Abteilung im Rahmen des Turnvereins1862 Meßkirch.

Unter Leitung des 1. Vorsitzenden des Turnvereins Herrn Wilhelm Scheffold wählte die Versammlung einen neuen Vorstand. Oberschützenmeister wurde Erwin Seewald, Schriftführer Leo Höfer, Kassierer Karl Vogel, 1. Schießwart Edwin Füssinger, 2. Schießwart Karl Lorenz. Der Schützenverein zählte 36 aktive Mitglieder.

Der Schießbetrieb hätte beginnen können, wäre die Anlage nicht zerstört gewesen. Mit viel Eifer und großer Mühe wurden Scheibenzüge gefertigt und die ganze Anlage in einen brauchbaren Zustand versetzt. Hierbei haben sich die Mitglieder Adolf Renz und Edwin Füssinger besonders hervorgetan. In der Wiederaufbauphase des Schützenhauses dienten als Notbehelf der Keller der Fuchsbrauerei sowie die Schmiedewerkstätte von Adolf Renz, um den Schießbetrieb aufrecht zu erhalten. Auch hat die Stadtverwaltung in den folgenden Jahren immer wieder ein offenes Ohr für die Anliegen der Schießabteilung gehabt. Im Oktober 1959 wurde der Kleinkaliberstand wegen der im Krieg abmontierten Blenden gesperrt. Durch die Unterstützung der Stadt konnte der Schießbetrieb schon im August 1960 wieder aufgenommen werden.

Großen Anklang bei der Bevölkerung fanden die alljährlich durchgeführten Preis- und Volkswerbeschießen, bei denen es wertvolle Preise zu gewinnen gab. Meßkircher Schützen gelang es immer wieder bis zu den Landesmeisterschaften vorzudringen. Infolge steigender Mitgliederzahlen und dem hohen Leistungsniveau der Sportschützen, reichte die vorhandene Anlage nicht mehr aus. Im Jahr 1969 wurde unter Oberschützenmeister Erwin Sewald mit dem Bau einer neuen 50m-Kleinkaliberanlage begonnen, die dann am 4. Oktober 1969 feierlich eingeweiht werden konnte.

Um ein breites Angebot im schießsportlichen Bereich zu schaffen, wurde 1970 mit der Planung für einen Pistolenstand mit 6 Schießplätzen begonnen, der jedoch durch Schwierigkeiten bezüglich der baurechtlichen Lage  erst 1973 in Dienst gestellt wurde. Während dieser Zeit, am 30. September 1972 wurde durch die Generalversammlung beschlossen, sich vom Turnverein zu trennen und als selbständiger Verein, "Privilegierte Schützengilde von 1737 e.V." unter der Leitung von OSM Erwin Sewald aufzutreten. Durch ständig steigende Mitgliederzahlen musste auch im Jahr 1973 das Schützenhaus erweitert werden. Die geplante Luftgewehrhalle konnte noch nicht realisiert werden, da das Landratsamt am 22. Sept. 1976 die gesamte Anlage aus baurechtlichen Belangen schloss. OSM Bucher und die Mitglieder beseitigten die Mängel unter Aufwendung erheblicher Geldmittel und am 6. März 1977 konnte unter OSM Wegmann der Schießbetrieb wieder aufgenommen werden. Diese Baumaßnahmen hatten den Verein bereits 40.000DM gekostet und trotzdem wurde mit der Planung der Luftgewehrhalle fortgefahren. Am 18. Oktober 1980 wurde die Halle unter OSM Hans Mutschler mit einem großen Fest eingeweiht. Die Baukosten beliefen sich auf 120.000DM und es wurden 3000 Arbeitsstunden geleistet.

1985 wurde Konrad Renz zum neuen OSM gewählt. Der Verein, der inzwischen fast 150 Mitglieder zählte war gezwungen, die veraltete Toilettenanlage zu erneuern. Schützenkamerad Eduard Traber erstellte hierzu Baupläne und übernahm die Bauleitung. Die Kostenvorschläge beliefen sich auf 48.280DM, und die Weihnachtsfeier 1987 konnte im umgebauten Schützenhaus mit neuer Toilettenanlage stattfinden.

Im Jahr 2002 wurde unter OSM Manfred Gommeringer mit dem Umbau der Schießstände nach den neuesten Vorgaben der Verbände und des Landratsamtes begonnen.

siehe Schießstände:

 

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